24/4/26
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Social Media Marketing in Psychotherapie und Psychologie: Ethisch sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen

Rechtssicher sichtbar werden, Klient*innen gewinnen und deine Praxis professionell online positionieren – inkl. Leitfaden, Tipps und pdf Starter-Guide zum Download.

Marketing für Therapeut*innen

Kernaussagen

Social Media Marketing für Psychotherapeut*innen funktioniert dann gut, wenn es sachlich, klar begrenzt und fachlich nützlich bleibt. Du musst dafür nicht tanzen, keine privaten Krisen teilen und auch nicht täglich posten. Entscheidend sind Vertrauen, Datenschutz, korrekte Berufsangaben und eine Routine, die in deinen Praxisalltag passt.

In Österreich müssen Psychotherapeut*innen sachlich informieren, Verschwiegenheit wahren und ihre Berufsbezeichnung korrekt verwenden.

Die besten Inhalte sind psychoedukativ, ruhig, alltagsnah und frei von Heilversprechen.

Eine kleine, wiederholbare Content-Routine ist besser als ein perfekter Redaktionsplan, der nach zwei Wochen in der Schublade verschwindet.

Gute Praxisorganisation und Dokumentation helfen, Anfragen professionell zu bearbeiten und Grenzen sauber einzuhalten.

Du öffnest Instagram „nur kurz“ zwischen zwei Sitzungen. Drei Minuten später hast du ein Reel gesehen, in dem jemand erklärt, wie man mit sieben Posts pro Woche die Praxis füllt, eine Website neu baut und nebenbei noch „authentisch sichtbar“ wird. Klingt motivierend. Oder nach einem zweiten Vollzeitjob.

Social Media Marketing für Psychotherapeut*innen muss nicht laut, hektisch oder selbstdarstellerisch sein. Gerade in Österreich geht es um sachliche Information, klare Grenzen und Vertrauen. Gleichzeitig suchen viele Menschen online nach Orientierung, bevor sie eine Praxis kontaktieren. Wer hier professionell sichtbar ist, kann helfen, passende Klient*innen zu erreichen. Wichtig: Auch der digitale Erstkontakt braucht Struktur, Datenschutz und gute Dokumentation.

Warum ist Social Media Marketing für Psychotherapeut*innen überhaupt relevant?

Menschen suchen psychische Unterstützung heute oft nicht mehr nur über Empfehlungen, Ärzt*innen oder Verzeichnisse. Sie googeln, lesen Praxiswebsites, vergleichen Profile und prüfen, ob Sprache, Haltung und Rahmenbedingungen zu ihnen passen. Social Media ist dabei selten der einzige Kontaktpunkt, aber oft ein emotionaler Vorraum. Dort entsteht ein erster Eindruck: Wirkt diese Person kompetent? Verstehe ich, wie sie arbeitet? Fühle ich mich angesprochen, ohne bedrängt zu werden?

Für Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen und Berater*innen ist genau das die Chance. Nicht „mehr Werbung“ ist das Ziel, sondern bessere Orientierung. Gutes Online Marketing für die Praxis beantwortet Fragen, bevor sie im Erstgespräch auftauchen. Es erklärt, wie ein Erstkontakt abläuft, welche Themen du begleitest, welche Rahmenbedingungen gelten und was Psychotherapie leisten kann – und was nicht.

In Österreich nutzten laut Statistik Austria 2025 rund zwei Drittel der 16- bis 74-Jährigen soziale Medien. Das bedeutet nicht, dass jede Psychotherapeutin jetzt TikTok-Star werden muss. Es bedeutet nur: Viele Menschen bewegen sich dort, wo auch hilfreiche, fachlich korrekte Informationen fehlen. Wer dort ruhig und seriös sichtbar ist, kann einen Unterschied machen.

Gleichzeitig ist Social Media Marketing Psychotherapie kein klassisches Produktmarketing. Du verkaufst keine Laufschuhe, keine Kaffeemaschine und auch kein „10-Schritte-zum-glücklichen-Ich“-Paket. Du kommunizierst über eine sensible Gesundheitsleistung. Deshalb braucht Praxis Marketing hier mehr Fingerspitzengefühl als in vielen anderen Branchen. Humor darf sein. Menschlichkeit auch. Aber der Rahmen muss professionell bleiben.

Zunächst solltest du entscheiden, ob du überhaupt auf Social Media aktiv werden willst, und welchen Kanal du (für den Anfang) wählst.

Was ist in Österreich rechtlich und ethisch zu beachten?

In Österreich ist Social Media für Psychotherapeut*innen nicht verboten. Aber es ist auch kein rechtsfreier Raum mit Filterfunktion. Die zentralen Grundsätze lauten: sachlich informieren, keine unwahren oder unsachlichen Aussagen machen, Verschwiegenheit achten, Berufsbezeichnung korrekt führen und keine Erwartungen wecken, die fachlich oder rechtlich nicht haltbar sind.

Das Psychotherapiegesetz 2024 regelt Berufsausübung und Berufspflichten neu. Für Social Media besonders wichtig sind die Verschwiegenheitspflicht und die Regelungen zur Information in der Öffentlichkeit. § 45 PThG 2024 betrifft Verschwiegenheit, Mitteilungs- und Anzeigepflichten. Für deinen Online-Auftritt heißt das praktisch: Keine Falldetails, keine Screenshots, keine erkennbaren Geschichten aus der Praxis und keine „natürlich anonymisierten“ Beispiele, bei denen Beteiligte sich doch wiedererkennen könnten.

§ 48 PThG 2024 betrifft Informationen in der Öffentlichkeit. Die Logik ist einfach: Du darfst sichtbar sein, aber nicht marktschreierisch. Die Werberichtlinie des Sozialministeriums formuliert ebenfalls, dass Werbung und Ankündigungen zu fachlichen Gesichtspunkten auf das sachlich Gebotene zu beschränken sind. Genau hier liegt die Kunst: Du darfst erklären, wofür du qualifiziert bist, welche Methode du anwendest, wo deine Praxis ist, welche Schwerpunkte du anbietest und wie Interessierte dich erreichen. Du solltest aber keine Heilung versprechen, keine Konkurrenz abwerten und keine Inhalte erstellen, die eher nach Jahrmarkt als nach Gesundheitsberuf klingen.

Für Psycholog*innen gilt zusätzlich: Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie sind in Österreich gesetzlich geregelte Berufe. Auch hier ist die korrekte Berufsbezeichnung wichtig. Wenn du also Psycholog*in, Klinische*r Psycholog*in, Gesundheitspsycholog*in, Psychotherapeut*in oder Berater*in bist, sollte dein Profil klar und korrekt angeben, welche Qualifikation du tatsächlich hast. Klingt trocken, spart aber Ärger. Und Missverständnisse. Und sehr wahrscheinlich E-Mails mit Betreffzeilen wie „kurze Rückfrage zu Ihrem Profil“.

Auch die DSGVO spielt mit. Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Schon eine Direktnachricht mit „Ich glaube, ich habe eine Angststörung, können Sie mich behandeln?“ kann datenschutzrechtlich relevant sein. Deshalb solltest du Social Media nicht als Beratungs- oder Behandlungsraum nutzen. Besser ist ein klarer Hinweis: Bitte keine vertraulichen Gesundheitsdaten per Direktnachricht senden. Für Termin- und Therapieanfragen bitte den sicheren Kontaktweg auf der Website verwenden.

Was bedeutet das für deine Praxis konkret?

Eine gute Faustregel lautet: Poste nichts, was du nicht auch auf einem seriösen Informationsblatt in deiner Praxis aushängen würdest. Noch besser: Frage dich vor jedem Beitrag, ob er informiert, orientiert oder entlastet. Wenn er vor allem beeindrucken, dramatisieren oder schnelle Ergebnisse versprechen soll, ist Vorsicht angesagt.

Hilfreiche und meist unproblematische Inhalte sind zum Beispiel Erklärungen zu Erstgespräch, Setting, Schweigepflicht, Kosten, Methode oder Ablauf. Heikler sind Aussagen über konkrete Patient*innen, dramatische Erfolgsgeschichten, Vorher-Nachher-Erzählungen, Bewertungen, Testimonials oder starke Versprechen wie „Angst in drei Sitzungen loswerden“.

Welche Social-Media-Kanäle passen zu deiner Praxis?

Die beste Plattform ist nicht die, auf der alle sind. Es ist die, die zu deiner Zielgruppe, deiner Arbeitsweise und deiner Energie passt. Online Marketing Praxis bedeutet nicht, überall gleichzeitig präsent zu sein. Viele Praxen fahren besser mit einer guten Website, einem gepflegten Google-Unternehmensprofil und einem Social-Media-Kanal, der regelmäßig, aber entspannt bespielt wird.

Instagram eignet sich gut, wenn du kurze psychoedukative Inhalte teilen möchtest. Dort funktionieren Karussell-Posts, kurze Reels, Zitate mit Einordnung und kleine Erklärstücke. Wichtig ist: Ein Instagram-Post ersetzt keine Therapie. Er kann aber Begriffe erklären, Hemmschwellen senken und zeigen, wie du fachlich denkst.

LinkedIn passt eher, wenn du dich fachlich positionieren möchtest, mit Ärzt*innen, Kolleg*innen, Unternehmen oder Institutionen vernetzt bist oder Vorträge, Workshops und fachliche Schwerpunkte zeigen willst. Für Psycholog*innen mit arbeitspsychologischen, gesundheitspsychologischen oder organisationsnahen Themen kann LinkedIn besonders sinnvoll sein.

Facebook spielt für manche Zielgruppen noch eine Rolle, ist aber für viele neue Praxen nicht mehr der erste Kanal. TikTok kann Reichweite bringen, verlangt aber hohe Medienkompetenz, klare Grenzen und die Bereitschaft, sehr kurze Formate zu produzieren. Für viele Therapeut*innen ist das ungefähr so entspannend wie ein Anamnesebogen mit 87 Pflichtfeldern.

YouTube oder ein Blog sind langfristiger. Sie passen, wenn du gerne ausführlich erklärst und Inhalte erstellen möchtest, die über Jahre gefunden werden. Für SEO ist ein Blog oft wertvoller als ein einzelner Social-Media-Post, weil Suchmaschinen Inhalte langfristig auffindbar machen. Social Media kann dann als Verteiler dienen: Ein Blogartikel wird zu mehreren Posts, eine FAQ-Antwort wird zu einem Karussell, ein Abschnitt wird zu einem kurzen Video.

Kleine Videos zu produzieren, muss nicht stressig sein. wenn man sich eine entsprechende Routine aufgebaut hat.

Welche Basis brauchst du "vor Social Media"?

Bevor du viel Energie in Social Media Marketing Psychotherapie steckst, sollte deine digitale Basis stehen. Dazu gehören eine klare Praxiswebsite, korrekte Kontaktdaten, ein Impressum, Datenschutzhinweise, Informationen zu Kosten und Rahmenbedingungen sowie ein professioneller Weg für Anfragen. Wenn ein Post Interesse weckt, aber die Website unklar ist oder Anfragen in privaten DMs versanden, wird aus Sichtbarkeit schnell Verwaltungsnebel.

Was kannst du posten, ohne dich wie ein Influencer zu fühlen?

Viele Therapeut*innen denken bei Social Media an Selbstdarstellung, Dauerpräsenz und tanzende Übergänge. Das muss nicht sein. Du kannst Social Media auch wie eine kleine digitale Infotafel nutzen. Ruhig, hilfreich und mit fachlichem Rückgrat.

Gute Inhalte beantworten echte Fragen aus dem Praxisalltag. Zum Beispiel: Was passiert im Erstgespräch? Wie lange dauert Psychotherapie? Was ist der Unterschied zwischen Psychotherapie, klinisch-psychologischer Behandlung und Beratung? Wann ist Online-Psychotherapie sinnvoll? Was bedeutet Verschwiegenheit? Wie bereite ich mich auf den ersten Termin vor? Welche Kosten können entstehen?

Solche Inhalte sind nicht nur SEO-relevant, sondern auch entlastend. Sie reduzieren Unsicherheit und helfen Interessierten, besser einzuschätzen, ob sie Kontakt aufnehmen möchten. Gleichzeitig sparen sie dir Zeit, weil du häufige Fragen nicht immer wieder neu beantworten musst.

Eine einfache Content-Struktur kann aus drei Säulen bestehen:

  1. Orientierung: Ablauf, Kosten, Erstgespräch, Kontaktwege, Rahmenbedingungen.
  2. Psychoedukation: verständliche Erklärungen zu Stress, Angst, Beziehungsmustern, Selbstfürsorge oder Krisen.
  3. Praxisprofil: Methode, Haltung, Schwerpunkte, Arbeitsweise und organisatorische Hinweise.

Du musst dabei nicht privat werden, um nahbar zu sein. Ein Satz wie „Viele Menschen sind vor dem ersten Termin unsicher – das ist verständlich“ ist oft hilfreicher als ein langer persönlicher Monolog. Nahbarkeit entsteht nicht durch Selbstentblößung, sondern durch klare, menschliche Sprache.

Welche Formate funktionieren besonders gut?

Karussell-Posts eignen sich für kurze Schritt-für-Schritt-Erklärungen. Reels können einfache Begriffe erklären, wenn du dich vor der Kamera wohlfühlst. Textposts funktionieren gut für Reflexionsfragen oder kurze Einordnungen. Stories sind nützlich für organisatorische Hinweise, etwa Urlaubszeiten oder neue freie Plätze, sofern diese sachlich formuliert sind.

Ein Beispiel für einen guten Post wäre: „Was du vor dem Erstgespräch wissen darfst“. Darin erklärst du in fünf Punkten, wie Kontaktaufnahme, Termin, Rahmen, Verschwiegenheit und nächste Schritte aussehen. Ein problematischer Post wäre: „So erkennst du in 30 Sekunden, ob du traumatisiert bist“. Das klingt klickstark, ist aber fachlich fragwürdig und kann Menschen eher verunsichern als unterstützen.

Was solltest du auf Social Media lieber nicht posten?

Der wichtigste Grundsatz lautet: Menschen, die in Therapie sind oder Therapie suchen, dürfen nie zum Material für Content werden. Auch nicht indirekt. Auch nicht „leicht verändert“. Auch nicht, wenn die Geschichte fachlich so spannend ist, dass dein inneres Fortbildungs-Ich kurz applaudiert.

Vermeide Falldarstellungen aus deiner Praxis, selbst wenn du Namen, Alter oder Details änderst. In kleinen Orten, spezialisierten Zielgruppen oder besonderen Lebenssituationen kann Wiedererkennbarkeit schneller entstehen, als man denkt. Ebenso problematisch sind Screenshots von Nachrichten, Bewertungen, Danksagungen oder Aussagen von Klient*innen. Selbst mit Einwilligung bleibt das ethisch sensibel, weil Abhängigkeiten und Machtverhältnisse bestehen können.

Auch Heilversprechen sind tabu. Formulierungen wie „Ich helfe dir garantiert aus der Depression“ oder „Mit meiner Methode verschwindet deine Angst“ sind nicht nur fachlich problematisch, sondern können auch rechtlich heikel sein. Besser sind sachliche Formulierungen: „Ich begleite Menschen mit Angstsymptomen“ oder „In meiner Praxis arbeite ich unter anderem mit Personen, die unter Belastung, Beziehungskonflikten oder depressiven Symptomen leiden.“

Sei außerdem vorsichtig mit Diagnosen in Kurzformaten. Social Media liebt schnelle Einordnungen. Psychische Gesundheit leider nicht. „Fünf Zeichen, dass du narzisstisch missbraucht wurdest“ kann Reichweite bringen, aber auch stigmatisieren, vereinfachen und Menschen in Selbstdiagnosen treiben. Besser sind Beiträge, die zur Reflexion einladen und bei Belastung auf professionelle Abklärung verweisen.

Wie gehst du mit Direktnachrichten um?

Direktnachrichten sind praktisch, aber für sensible Gesundheitsinformationen ungeeignet. Lege deshalb eine klare Regel fest: Über Social Media werden keine Beratungen, keine Diagnosen und keine Kriseninterventionen durchgeführt. Du kannst freundlich antworten und auf den sicheren Kontaktweg verweisen. Zum Beispiel:

„Danke für deine Nachricht. Bitte sende mir über Social Media keine vertraulichen Gesundheitsdaten. Für Termin- oder Therapieanfragen nutze bitte das Buchungs-Formular auf meiner Website. In akuten Krisen wende dich bitte an lokale Notdienste oder Krisendienste.“

Diese Antwort ist nicht unhöflich. Sie ist professionell. Grenzen sind im digitalen Raum nicht weniger wichtig als im Therapieraum.

Wie baust du eine einfache Social-Media-Routine auf?

Der häufigste Fehler im Praxis Marketing ist nicht zu wenig Kreativität. Es ist ein zu großer Plan. Wer mit „Ich poste ab jetzt täglich“ startet, landet oft nach zehn Tagen bei „Ich lösche die App und werde Schafzüchter*in“. Nachhaltiger ist ein kleiner Prozess, der auch in vollen Wochen funktioniert.

Ein realistischer Monatsplan kann so aussehen:

  1. Sammle am Monatsanfang fünf häufige Fragen aus deinem Praxisalltag.
  2. Wähle drei davon für Posts aus.
  3. Schreibe zu jeder Frage eine kurze, sachliche Antwort.
  4. Verwandle eine Antwort in einen Karussell-Post, eine in einen kurzen Textpost und eine in einen Website-FAQ-Abschnitt.
  5. Plane die Beiträge vor und prüfe sie vor Veröffentlichung auf Datenschutz, Berufsbezeichnung und sachliche Sprache.
  6. Dokumentiere intern, welche Themen häufig zu Anfragen führen, ohne personenbezogene Social-Media-Daten in unsicheren Tools zu sammeln.

Dieser Ablauf ist nicht glamourös. Genau deshalb funktioniert er. Er macht Social Media zu einem Teil deiner Praxisstruktur, nicht zu einem spontanen Energiefresser.

Wenn du wenig Zeit hast, starte mit zwei Beiträgen pro Monat. Ein Beitrag kann eine häufige Frage beantworten, der zweite kann einen organisatorischen Aspekt erklären. Nach drei Monaten hast du sechs solide Inhalte. Diese kannst du wiederverwenden, aktualisieren und auf deiner Website ausbauen. Online Marketing Psychotherapie ist ein Langstreckenlauf. Kein Sprint mit Ringlicht.

Wie findest du Themen, die wirklich relevant sind?

Höre auf die Fragen, die ohnehin auftauchen. Welche Unsicherheiten nennen Menschen beim Erstkontakt? Welche Begriffe erklärst du oft? Wo entstehen Missverständnisse? Welche Rahmenbedingungen werden häufig übersehen? Diese Fragen sind Gold wert, weil sie direkt aus der Lebenswelt deiner Zielgruppe kommen.

Du kannst dir eine einfache Themenliste anlegen: Erstgespräch, Kosten, Wartezeit, Absage, Online-Termin, Verschwiegenheit, Methode, Dauer, Zielklärung, Grenzen von Psychotherapie. Aus jedem Thema entstehen mehrere Posts. Aus „Erstgespräch“ werden zum Beispiel: „Was passiert im Erstgespräch?“, „Muss ich sofort alles erzählen?“, „Was sollte ich vorbereiten?“ und „Was passiert nach dem Erstgespräch?“

Wie wird aus Sichtbarkeit ein professioneller Erstkontakt?

Sichtbarkeit allein bringt wenig, wenn der Weg danach unklar ist. Ein guter Social-Media-Post sollte nicht im luftleeren Raum enden. Er sollte auf eine Website, ein Kontaktformular, eine Terminbuchung oder eine klare Informationsseite führen. Dort erfahren Interessierte, welche nächsten Schritte möglich sind.

Für Therapiepraxen ist dieser Übergang besonders sensibel. Menschen, die psychisch belastet sind, brauchen klare Orientierung. Wenn sie sich durch drei Links, zwei veraltete PDF-Dateien und eine E-Mail-Adresse aus dem Jahr 2009 kämpfen müssen, sinkt die Chance auf Kontakt. Und auch deine Verwaltungslast steigt.

Deshalb lohnt es sich, Social Media, Website und Praxisorganisation zusammenzudenken. Ein guter digitaler Erstkontakt beantwortet mindestens diese Fragen: Wer bist du? Für wen ist dein Angebot gedacht? Wie läuft die Kontaktaufnahme? Welche Kosten gelten? Was passiert mit meinen Daten? Wann ist Social Media nicht der richtige Kontaktweg?

TheraPsy kann hier indirekt entlasten, weil gute Praxissoftware nicht nur Termine und Dokumentation ordnet, sondern auch den Arbeitsalltag strukturierter macht. Je weniger Zeit du mit verstreuten Notizen, händischen Rechnungen oder unklaren Abläufen verbringst, desto eher bleibt Raum für professionelle Kommunikation. Anders gesagt: Sichtbarkeit beginnt vorne im Feed, aber sie steht und fällt hinten im Praxisalltag.

Warum gehört gute Dokumentation zu gutem Praxis Marketing?

Auf den ersten Blick klingen Social Media Marketing und Dokumentation wie zwei völlig verschiedene Welten. Das eine ist sichtbar, das andere vertraulich. Das eine spricht nach außen, das andere schützt den professionellen Rahmen nach innen. In der Praxis gehören beide zusammen.

Wer online sichtbar wird, erhält mehr Anfragen. Diese Anfragen sollten geordnet, datenschutzbewusst und nachvollziehbar bearbeitet werden. Du brauchst klare Kontaktwege, saubere Trennung zwischen Social Media und Behandlung, nachvollziehbare Terminprozesse und eine Dokumentation, die deiner beruflichen Verantwortung entspricht.

Gerade in Österreich ist Dokumentation nicht nur eine organisatorische Frage, sondern Teil professioneller Berufsausübung. Wenn du digitale Kanäle nutzt, solltest du noch genauer überlegen, welche Informationen wo landen. Eine DM ist kein sicherer Behandlungsakt. Ein Kommentar ist keine Anamnese. Ein Like ist keine Einwilligung. Das klingt offensichtlich, wird im Alltag aber schnell unscharf, wenn Menschen über Instagram sehr persönliche Dinge schreiben.

Eine gute Praxissoftware hilft dir, den professionellen Raum klar zu halten. TheraPsy unterstützt Psychotherapeut*innen und Psycholog*innen dabei, Termine, Dokumentation, Rechnungen und Praxisabläufe an einem Ort zu organisieren. Der Nutzen für dein Praxis Marketing liegt nicht darin, dass Software deine Posts schreibt. Der Nutzen liegt darin, dass dein System stabil bleibt, wenn Sichtbarkeit zu echten Anfragen führt.

Mini-Checkliste hilft vor jedem Post

Bevor du einen Beitrag veröffentlichst, prüfe kurz:

  1. Ist die Aussage fachlich korrekt und sachlich formuliert?
  2. Gibt es kein Heilversprechen und keine Erfolgsgarantie?
  3. Sind keine Klient*innen direkt oder indirekt erkennbar?
  4. Ist meine Berufsbezeichnung korrekt?
  5. Verweise ich bei sensiblen Themen auf professionelle Abklärung statt auf Selbstdiagnose?
  6. Ist der nächste Kontaktweg klar und datenschutzfreundlich?

Diese Checkliste dauert weniger als eine Minute. Sie kann aber verhindern, dass ein spontaner Post später Bauchweh macht. Und Bauchweh hast du im Praxisalltag vermutlich ohnehin genug – zumindest metaphorisch, spätestens bei der Buchhaltung.

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FAQ

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Quellen

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. (2025). Richtlinie Online-Psychotherapie. https://www.sozialministerium.gv.at/dam/sozialministeriumat/Anlagen/Themen/Gesundheit/Medizin-und-Gesundheitsberufe/Berufe-A-bis-Z/Psychotherapeutin,-Psychotherapeut/Richtlinie_Online_Psychotherapie_Stand_02.07.2025.pdf

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. (o. J.). Werberichtlinie für Psychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen. https://www.sozialministerium.gv.at/dam/sozialministeriumat/Anlagen/Themen/Gesundheit/Medizin-und-Gesundheitsberufe/Berufe-A-bis-Z/Psychotherapeutin,-Psychotherapeut/Berufskodex_.pdf

Republik Österreich. (2025). Psychotherapiegesetz 2024, § 48 Informationen in der Öffentlichkeit. Rechtsinformationssystem des Bundes. https://www.ris.bka.gv.at/

STATISTIK AUSTRIA. (2025). IKT-Einsatz in Haushalten. https://www.statistik.at/statistiken/forschung-innovation-digitalisierung/digitale-wirtschaft-und-gesellschaft/ikt-einsatz-in-haushalten

White, E., & Hanley, T. (2024). Current ethical dilemmas experienced by therapists who use social media: A systematic review. Counselling and Psychotherapy Research, 24(2), 396–418. https://doi.org/10.1002/capr.12678

Helga Kernstock-Redl et al., Ethisches Marketing in Psychologie und Psychotherapie. Springer (2012) https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-7091-1015-7

Anmerkung

Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Konsultiere bei Bedarf eine Fachperson.

Autorin

Monika Meinhart

Bei TheraPsy für Kontakte zuständig
Als Team-Mitglied im Bereich Support und Organisation ist sie täglich in Kontakt mit Psychotherapeut*innen oder Psycholog*innen. Dadurch kennt sie viele der alltäglichen Herausforderungen einer therapeutischen Praxis "aus erster Hand".